7. Januar 2021 20:00 bis 22:00

Wie jedes Jahr findet auf Initiative des Bundes für Geistesfreiheit München (bfg München) am Jahrestag des Terroranschlags auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo eine Gedenkveranstaltung statt. Damit möchte der bfg München an die Opfer des Attentats vom 7. Januar 2015 erinnern, bei dem neun Mitarbeiter der Zeitschrift und ein Personenschützer ermordet wurden.
 
„Dass sich sechs Jahre später noch immer weltweit Menschen staatlicher Verfolgung und Strafe bis hin zur Todesstrafe ausgesetzt sehen, oder sie von religiösen Eiferern verfolgt, verletzt oder gar getötet werden – nur deswegen, weil sie sich mit religiösen Glaubensvorstellungen kritisch auseinandersetzen -, das belegt die Ermordung des Lehrers Samuel Paty am 16. Oktober 2020 in einem Pariser Vorort, der in seinem Unterricht das Thema Meinungsfreiheit aufgegriffen und Mohammed-Karikaturen gezeigt hat,“ sagt Assunta Tammelleo, Vorsitzende des bfg München.
 
„Vor sechs Jahren waren wir alle Charlie Hebdo. Nach dem Anschlag machte sich die Welt Gedanken über religiöse Karikaturen und Meinungsfreiheit. In den (sozialen) Medien wurde diskutiert, inwieweit die Anschläge auch mit Glaube und Religion zu tun haben, und ob Religionen und Kirchen überhaupt verspottet werden dürfen. Davon ist nur wenig geblieben. Der Jahrestag ist ein trauriger Anlass, diese Fragen immer wieder zur Diskussion zu stellen“, so Tammelleo.
 
Und obwohl die Kunstfreiheit laut Art. 5 Abs. 3 GG in Deutschland ein Grundrecht ist, müssen Kulturschaffende hierzulande, anders als in Frankreich, den sog. Blasphemie-Paragrafen, § 166 StGB (Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen) fürchten. Darauf wird zu Beginn der Veranstaltung Dr. Jacqueline Neumann vom Institut für Weltanschauungsrecht (ifw) in einem kurzen Vortrag eingehen. Sie wird die Problematik und die Hintergründe des § 166 StGB erläutern, Beispiele der Anwendung schildern, auf andere Länder schauen und die aktuelle Diskussion zur Abschaffung des „Blasphemie-Paragrafen“ erörtern.
 
Im Anschluss präsentieren die Kabarettisten HG Butzko und Andreas Rebers Ausschnitte aus ihrem aktuellen Programm. Mit dabei auch der Liedermacher Konstantin Wecker, der einige Stücke zum Besten geben wird. Die Grußworte sprechen der Karikaturist Gerhard Haderer und Hans-Joachim Schemel von der Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union.

Der bfg München würde sich über Spenden für diese Veranstaltung freuen. Diese werden zur Finanzierung des mit 3.000 EUR dotierten Kunstpreises Der Freche Mario verwendet, der alle Künstlerinnen und Künstler ermutigen möchte, sich mit den sog. ewig währenden religiösen Wahrheiten und Autoritäten zu befassen. Einige der preisgekrönten Karikaturen der letzten 13 Jahre werden in der Veranstaltung gezeigt.

Spenden funktioniert ganz einfach per PayPal

www.paypal.me/kilev

oder ‚old school‘ per Überweisung – dabei bitte mit dem Stichwort „Charlie Hebdo“ auf das Vereinskonto des KIL unter der IBAN DE49 7016 9543 0002 7374 77.

Veranstalter sind der bfg München, der KIL Kulturverein Isar Loisach und das andere Bayern. Unterstützt wird der Abend durch die Galerie der Kirchenkritik und die Giordano-Bruno-Stiftung.