Samstag, 16. März 2019

Sebastian in memoriam

Sebastian

Foto: Bernhard Haselbeck

Sebastian in memoriam – Es ist bald ein Vierteljahrhundert her, da betrat ein sympathischer, überaus freundlicher Gymnasiast (Oberstufe) das Firmengebäude der PANA Schaumstoff GmbH in Geretsried, damals der Produktionsbetrieb der heutigen Hinterhalt-Betreiber. Wie so manche seiner Klassenkameraden vom Geretsrieder Gymnasium war er auf der Suche nach einem Aushilfsjob, den er auch prompt erhielt. Schnell stellten sich die vielfältigen Begabungen des jungen Sebastian heraus; nicht nur im Büro, als Fahrer, sondern auch als Betreuer der „Chef“-Kinder war er bestens geeignet. Aus dem Arbeitsverhältnis wurde sehr schnell eine besondere Freundschaft, die – bis heute – auch die ebenso freundlichen und hilfsbereiten Eltern und den kleineren Bruder von Sebastian mit einbezog. Neben seiner Schule und der Arbeit war Sebastian auch immer kulturinteressiert und wurde mit seinen jungen Jahren „Präsident“ des Kulturvereins Hinterhalt, als noch der erste Wirt Hias Röttig den Hinterhalt betrieb. Mit vielen Aktiven in diesem Verein widmete er sich – trotz seiner jungen Jahre – sehr erfolgreich der kulturellen Belebung durch eine Vielzahl an originellen, hochkarätigen und abwechslungsreichen Veranstaltungen im Hinterhalt und hielt alle Kulturhöhepunkte journalistisch fest. U.a. war er dann auch aktiv beteiligt am phänomenalen „Hinterhalt im Zelt“ 2001 zum 10-jährigen Jubiläum der Bühne, wo u.a. die Biermösl-Blosn und der unvergleichbare Josef Hader auf der Wiese vor dem Hinterhalt auftraten. Folgerichtig wählte er sein Studium im Hinblick auf die Arbeit im kulturellen Bereich aus. Nach seiner Studienzeit in Regensburg arbeitete er sehr erfolgreich als freiberuflicher Texter, Autor, Drehbuchschreiber und Blog-Anbieter. Eine zauberhafte junge Frau und in Bälde zwei nicht minder zauberhafte Kinder machten das Glück perfekt. Vor ziemlich genau zwei Jahren erhielt Sebastian die Diagnose „Krebs“. Mit beispielloser Unterstützung seiner ganzen Familie nahm er den Kampf gegen die Krankheit auf. Es ging immer mal wieder aufwärts, dann kam wieder ein Rückschlag. Am vergangenen Donnerstag Abend hat Sebastian – noch keine vierzig Jahre alt – den Kampf aufgeben müssen. In unendlicher Trauer wünschen die vielen Freunde aus „seinem“ langjährigen „Wohnzimmer“ – dem Geltinger Hinterhalt – alles Gute für diese letzte Reise, von der wir alle nicht wissen können, wohin sie geht.  

Assunta Tammelleo