Liebe Kulturfreundinnen und Kulturfreunde,
der Einfachheit allen wünschen wir einfach allen Menschen ein gutes Neues Jahr, in das alle hoffentlich wohlbehalten und einigermaßen zuversichtlich hinein gekommen sind…. Sie erinnern sich vielleicht an ein besonderes Gedicht (das sich fast aufdrängt in diesen Zeiten) „(…) Herr Kästner, wo bleibt das Positive? Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt! (…)“; – https://www.deutschelyrik.de/und-wo-bleibt-das-positive-herr-kaestner.html …. Unten sehen Sie, dass das Neue Jahr so umtriebig beginnt wie das alte aufgehört hat. Auf Ihr zahlreiches Erscheinen und Ihre Unterstützung freuen wir uns und sind drauf angewiesen; und weitersagen, weitertrommeln, weiterliken, weiterclicken, weitersagen… das hilft auch!
Der Jahreswechsel ist gekennzeichnet vom Weggang von zwei langjährigen politischen (der eine) wie kulturellen (der andere) Weggefährten. Mit großer Bestürzung haben wir in der Zeitung lesen müssen, dass unser langjähriger Rechtsbeistand (und hier kann man/frau wirklich von „Beistand“ sprechen) – Rechtsanwalt Hartmut Wächtler/Kanzlei Wächtler und Kollegen – nach kurzer schwerer Krankheit noch vor Weihnachten diesem kunterbunten Planeten „Servus“ gesagt hat. Seit 1983 ist Hartmut Wächtler, ist die Kanzlei Wächtler und Kollegen ein unverzichtbarer Partner für uns als politische Streiter/innen im bundesdeutschen Rechtsstaat. Vom Einsatz gegen den NATO-Doppelbeschluss (Kasernenblockaden), dem Prozess gegen die von Roman Herzog dermaleinst eingeführten „Wegtragegebühren“ (nur für politische Demonstranten/innen), über Freiheitsberaubung in Zusammenhang mit Protesten zum Papstbesuch (1988, Johannes Paul II.), der öffentlichen Auseinandersetzung, ob man/frau Soldaten als „Mörder“ bezeichnen darf (nach Kurt Tucholsky), die rechtswidrig unterbundene Kunst-Aktion (W.Kastner) zur kritischen Würdigung des Konkordats von 1933 (Vertrag zwischen Hitler und dem späteren Pius XII., der heute noch gilt) bis hin zum juristischen Streit um Tanzverbote an Stillen Tagen, dem juristisch begleiteten Widerspruch gegen Söders „Kreuzerlass“ und gar zur Auseinandersetzung mit dem hiesigen Landratsamt wegen behördlicher Willkür gegenüber Migranten/innen. Als streitbarer Demokrat genoss Wächtler auch in den Kreisen seiner politischen Gegner großes Ansehen.
Leider haben wir vor zwei Tagen erfahren, dass der langjährige Kulturschaffende, Grafiker und Design-Tausendsassa – Gerd Schielein – verstorben ist. Den Gerd kennen wir seit den neunziger Jahren, als er einer der vielen Motoren war, die im damaligen „Kulturverein Hinterhalt“ – mithilfe von zahlreichen anderen Aktiven (u.a. Volker Witte, Sebastian Klug, Christine Noisser, Eva Patzke…) – dafür sorgten, dass in Gelting ab 1991 eine Kulturhochburg namens Hinterhalt entstehen konnte, die ihresgleichen bis heute sucht. Ohne institutionelle Förderung gelang diesen gemeinnützig engagierten Kreativen im Verein – mit dabei auch immer Monika Schielein – diese kleine Bühne kulturell zu einer ersten Kultur- und Bildungsadresse zu machen. Gerd war neben vielen anderen Aufgaben der, der das „Gesicht“ des Hinterhalt nach außen zeichnete. Stilsicher gestaltete er – dem Hinterhalt-Logo von Egbert Greven folgend – in schwarz-weißer Optik alle Prospekten, Broschüren, Pressemeldungen… Gemeinnützig tat der Vater von vier Töchtern dies dann auch über 15 Jahre lang für das „Inselhaus“ und seit Gründung bereits auch für den „Erinnerungsort Badehaus“ in Waldram (2012). Im Jahr 2010 erhielten Gerd und Monika Schielein den Dörte-Sambraus-Preis für ihren ehrenamtlichen und gemeinnützigen Einsatz. Selbstverständlich besuchten die beiden Preisträger gemeinsam ständig zahlreiche Kultur- und Bildungsveranstaltungen in der Region; sie waren allen hiesigen Kulturschaffenden und Künstler/innen wohlbekannt und überall gerne gesehene Gäste.
Natürlich wissen auch wir nicht sicher, wohin ihr letzter Weg den Hartmut und den Gerd führt. Gerne würden wir uns selber trösten können mit der Vorstellung, das Rad der Zeit zurückdrehen zu können – oder mit der Aussicht auf ein Wiedersehen mit den beiden, wo auch immer. Einen Versuch ist es allemal wert…
Herzlichst
Kulturbühne Hinterhalt
KIL e.V. – Kulturverein Isar Loisach
Assunta Tammelleo
Leitenstraße 40
82538 Geretsried-Gelting
0177/7262727
www.kulturverein-isar-loisach.de
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