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2. Mai 2026 18:00 bis 1. Juni 2026 23:30

Ausstellung „Kriegstüchtig“

2. Mai 2026 18:00 bis 1. Juni 2026 23:30

Anlass der Ausstellung ist die rasant voranschreitende Militarisierung der Zivilgesellschaft, die Ausrichtung auf die uneingeschränkte Kriegsbereitschaft in alle Lebensbereiche hinein: von der Kita bis in die Universität, vom Krankenhaus, vom Betrieb bis zur Abfallwirtschaft.
Besonders deutlich wird das im sog. Grünbuch 4.0 (ZMZ, Zivilmilitärische Zusammenarbeit), einer Publikation des „Zukunftsforums Öffentliche Sicherheit“, dessen Autorenkollektiv sich als „Denkfabrik zur Gestaltung der zukünftigen Entwicklungen der Öffentlichen Sicherheit in Deutschland“ versteht. Die Denker  liefern den Akteuren (insbesondere Fachleuten) der betreffenden Bereiche Handlungsanleitungen.

KRIEGSTÜCHTIG setzt an dem Unbehagen an, das in dieser Zeit immer mehr Menschen empfinden.

Wurde den Deutschen vor dem ersten Weltkrieg nicht auch eine Tugend der „Kriegs-tüchtigkeit“ eingeimpft? Mit welchen Folgen? Sie sind begeistert in den Krieg gezogen. Erinnert sei an die Eisenbahnwaggons, aus denen heraus lachende Soldaten winken. Was dabei herausgekommen ist, ist bekannt.

Damals ging es angeblich gegen die Selbstherrschaft des russischen Zaren… Später um den Lebensraum im Osten. Gründe gab es immer.

Wie ist das heute?

Kriegstüchtigkeit, als eine Tugend vorgestellt, die es zu erwerben gilt, bedeutet zu aller erst, fähig und willens zu sein, auf professionelle Weise Menschen zu töten, die man gar nicht kennt, dies möglichst von Kindesbeinen an.

In Talkshows ist auch schon mal die Rede davon, dass es nötig sein könnte, für die Freiheit zu sterben. Für welche Freiheit? Für ein Wertesystem, das es mindestens zulässt, dass zigtausende Geflüchteter aus Kriegs- und Armutsregionen im Mittelmeer ertrinken. Interessanterweise kommen Sprüche von der Bereitschaft zum Sterben gerne  von Teilnehmern im gesetzteren Lebensalter wie dem einstigen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Auch Armin Papperger von Rheinmetall, der es von sich weist, ein Kriegsgewinnler zu sein, spricht davon, dass seine Panzer die Freiheit verteidigen.

Kriegstüchtigkeit soll alle erfassen, auch die Kassiererinnen bei Lidl, die Krankenschwestern und Pfleger in den Kliniken, und natürlich auch die Arbeiter*innen. Wofür? Was bedeutet für sie alle die ungeheure Hochrüstung?

Die Ausstellung KRIEGSTÜCHTIG versucht auf ca. 30 bebilderten und betexteten Großpostern, sowie anhand von Installationen (u.a. ein zu den Klängen von Heinz Rühmanns Lied „Wozu ist die Straße da?“ marschierender Soldat) und  Exponaten vornehmlich in der Farbe Flecktarn,  zu zeigen, wo dieses Land heute steht.

Sie zeigt im Übrigen auch den Widerstand gegen die Militarisierung, die mit einer bedrohlichen Rechtsentwicklung einhergeht. Erfreulichstes Beispiel: Poster, auf denen die Weigerung dreier Münchner Trambahnfahrer dokumentiert ist, eine olivfarbene Trambahn mit Bundeswehrwerbung durch München zu kutschieren.

Leitenstrasse 40
Geretsried-Gelting, Bayern 82538 Deutschland
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